Ratgeber · Konstruktionsrichtlinien mit Lieferanten teilen
Konstruktionsrichtlinien mit Lieferanten teilen
Der Fräsdienstleister ruft an: Für das neue Gehäuse fehle die Angabe zur Mindestwandstärke, und bei den Kantenradien gebe es zwei widersprüchliche Zeichnungshinweise. Der Konstrukteur sucht die Richtlinie, findet drei Fassungen und schickt schließlich eine PDF per E-Mail, von der er hofft, dass sie aktuell ist. Drei Wochen später kommen Teile, die nach einer älteren Vorgabe gefertigt wurden.
Warum externe Partner ein Regelwerk besonders brauchen
Im eigenen Team lässt sich vieles kurz mündlich klären. Bei externen Dienstleistern und Lieferanten funktioniert das nicht: Sie kennen weder die ungeschriebenen Regeln noch die Historie hinter einer Vorgabe. Je weniger verbindlich dokumentiert ist, was gilt, desto mehr wird interpretiert, und Interpretationen zeigen sich erst im Bauteil.
Gleichzeitig möchte niemand das gesamte interne Regelwerk aus der Hand geben. Es enthält Erfahrungswissen, das einen Wettbewerbsvorteil darstellt, und Regeln, die den Partner gar nicht betreffen.
Die übliche Lösung hat Schwächen
Meist werden Auszüge per E-Mail verschickt oder als PDF auf einen Server gelegt. Das hat typische Nachteile:
- Der Auszug veraltet, sobald sich intern etwas ändert, und niemand bemerkt es.
- Es ist unklar, welche Fassung der Partner tatsächlich verwendet.
- Der Auszug wird von Hand zusammengestellt, was Aufwand kostet und Fehler begünstigt.
- Was einmal verschickt ist, lässt sich nicht mehr kontrollieren.
Gezielt freigeben statt weitergeben
Ein besserer Ansatz trennt das interne Regelwerk von dem, was für den Partner gilt. Nur die Regeln, die ein externer Partner für seine Arbeit benötigt, werden bereitgestellt. Die zwischenbetriebliche Freigabe von konstruktionsrichtlinie.de folgt diesem Prinzip: Sie geben gezielt Regeln für Partner frei, statt das komplette Regelwerk weiterzureichen. Der Partner arbeitet dann mit dem aktuellen, freigegebenen Stand und nicht mit einer Kopie, die irgendwann veraltet.
Wer welche Regeln sehen oder bearbeiten darf, legen Sie über Rollen und Rechte fest. So bleibt nachvollziehbar, wer Zugriff hat, und interne Regeln bleiben intern.
Voraussetzung: ein Regelwerk, das man teilen kann
Eine Freigabe für Partner setzt voraus, dass die Regeln einzeln vorliegen, eindeutig formuliert und freigegeben sind. Genau das leistet ein strukturiertes Regelwerk. Fehlt die Struktur, bleibt nur der Auszug aus dem Dokument. Und erst wenn jede Regel Wert, Geltungsbereich und Begründung enthält (siehe Was ist eine gute Konstruktionsregel?), kann ein externer Partner sie ohne Rückfrage anwenden.
Womit Sie anfangen können
- Sammeln Sie die Rückfragen Ihrer letzten Lieferantenprojekte. Sie zeigen, welche Regeln externe Partner am häufigsten brauchen.
- Erfassen Sie genau diese Regeln einzeln und geben Sie sie frei.
- Stellen Sie sie dem Partner bereit und erweitern Sie den Umfang schrittweise.
Testen Sie konstruktionsrichtlinie.de kostenlos und prüfen Sie die Freigabe für Partner an einem realen Beispiel.
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